SPD für flexible Impfstrategie im Land

Der SPD-Landtagskandidat Jakob Unrath hatte in einer Online-Veranstaltung die sozialpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Sabine Wölfle, zu Gast.

„80 % der pflegebedürftigen Menschen leben zu Hause und werden von ihren Angehörigen und den ambulanten Diensten betreut“, machte Jakob Unrath gleich zu Beginn des Abends deutlich. Gleichzeitig fehlen massiv Plätze in der Kurzzeitpflege. „Der Ausbau der Kurzzeitpflege ist in den vergangenen Jahren durch das Land sträflich vernachlässigt worden“, stellte Sabine Wölfle einen der Schwerpunkte der SPD für eine neue Pflegepolitik vor. Hier müssten jährlich 500 neue Plätze in den kommenden Jahren hinzukommen und vom Land gefördert werden. Ein wohnortnahes, ausreichendes Angebot der Tages- und Kurzzeitpflege wäre eine massive Entlastung für pflegende Angehörige, die oft enormes leisten.

„Die Aufwertung des Pflegeberufes ist ein weiterer wichtiger Baustein des SPD-Konzeptes“, sagte Sabine Wölfle. Dies gehe von der Ausweitung der Kompetenzen bis hin zu einer besseren Bezahlung für Altenpflegekräfte, um die Fluktuation in diesem Berufsfeld zu senken und den Verbleib qualifizierter Fachkräfte im Beruf zu fördern.   

Ein zentraler Punkt in der Diskussion war der Umgang mit der Pandemie. Wölfle und Unrath zeigten an verschiedenen Beispielen auf, wie das Baden-Württembergische Sozialministerium mit dem Managen der Corona-Krise immer wieder überfordert sei. So sei zwar die Testpflicht in den Altenheimen angeordnet worden, aber die Umsetzung jedem Träger selbst überlassen. „Hier musste jeder Träger selbst sehen, wie er die Lage meistert. Die Organisation von Masken und Testungen mussten die Träger selbst in die Hand nehmen“, sagte Wölfle. Die Finanzierung des zusätzlichen Aufwandes und Hilfestellung bleibe das Sozialministerium bislang schuldig.

In der Corona Impfstrategie müsse, sobald genügend Impfstoff vorhanden sei, viel flexibler vorgegangen werden. „Warum nicht die mobilen Impfteams jeweils an einem Tag in eine Halle von Ort zu Ort fahren lassen?“ schlug Sabine Wölfle vor. Dann wären die Wege gerade für betagte und mobilitäts-eingeschränkte Menschen kürzer und die langen Wegstrecken zu den Impfzentren würden entfallen. Bei der Impfstrategie müsse man nachbessern, pflichtete Jakob Unrath bei. „Man hätte in den Plänen zur Pandemiebekämpfung die Hausärzte und ihre Praxisteams in die erste Prioritätenstufe nehmen sollen. Sie stehen tagtäglich in Gefahr mit dem Virus in Kontakt zu kommen und wären in der Organisation jetzt hilfreich“, wunderte sich Unrath.

Jakob Unrath
Sabine Wölfle (MdL)

By Januar 20, 2021.    Corona, Gesundheit, priorität-1