Solidarisches Handeln

„Corona und die Folgen“ – wie mit den Ängsten umgehen die die Pandemie auslöst? Das war die Ausgangsfrage beim digitalen Stammtisch der SPD mit Landtagskandidat Jakob Unrath. Auch die Demonstration in Aalen am vergangenen Wochenende war Thema.

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussionsrunde berichteten über persönliche Erfahrungen in der Pandemie. Inzwischen würden die Fälle im nahen Verwandten- oder Kollegenkreis oder auch selbst in der eigenen Familie häufiger ankommen. Es sei eine deutlich andere Situation als noch im März diesen Jahres.

Jakob Unrath hatte zu Beginn dazu ermahnt, differenziert hinzusehen, welche Menschen sich derzeit bei den Protesten gegen die Corona-Politik zusammenfinden. Er sei am gleichen Tag in Aalen gewesen, habe  sich den Protestzug angesehen und dort einen gemischten Altersschnitt erlebt. „Wem es an die Existenz geht, der ist dann für die Fakten in Sachen Gesundheitsschutz manchmal auch nicht mehr erreichbar“, gab er zu bedenken. Gleichzeitig verhöhne jeder, der jetzt noch die Gefahren von Corona verleugne die Erkrankten, die Angehörigen, die Pfleger und Ärzte, die sich tagtäglich mit dem Ringen um Leben und Tod konfrontiert sehen.

Im politischen Raum würden in vielen Bereichen durch die Pandemie Defizite offensichtlich, die durch die Sparmaßnahmen an öffentlichen Aufgaben in den vergangenen Jahren bedingt sind. Dies reiche von der unzureichenden Ausstattung der Gesundheitsämter über fehlende Pflegekräfte in den Krankenhäusern bis hin zur mangelnden digitalen Ausstattung der Schulen. 

Ein wichtiger Diskussionspunkt war dann die Wirkung der neuen und sehr schnellen Medien. Die Möglichkeit, sich in seiner digitalen Blasen unbehelligt von Fakten und Wissenschaft zu bewegen, schaffe unabhängig vom Inhalt so etwas wie ein Gemeinschaftsgefühl. Dies würde von politischen Kräften genutzt, um ihre Anhänger in einer Art „Glaubensgemeinschaft“ zu sammeln und gegen die bestehende repräsentative Demokratie zu mobilisieren. Hier schilderten einige Diskussionsteilnehmer ähnliche Erfahrungen mit Mitschülern oder Bekannten. „Wer einmal drin ist in der Blase, der ist Argumenten nicht mehr zugänglich“, war die Erfahrung. Andere Diskussionsteilnehmer äußerten deutlich weniger Verständnis und forderten von jedem, der bei den Aktionen der Corona-Leugner mitlaufe, zu wissen, vor welchen rechts-politischen Karren er sich da spannen lasse und entsprechend zu handeln.

Gefordert wurde auch, nicht nur auf die Ängste einzugehen, die lauthals artikuliert werden, sondern die stillen Ängste der Menschen, die durch das Virus bedroht sind. „Wir haben uns während der zweiten Welle schon zu sehr an die hohen Zahlen gewöhnt“, war eine breit unterstütze Mahnung. Sei Deutschland in der ersten Welle mit seinen frühen Maßnahmen noch vorbildlich gewesen, so sehe man inzwischen, dass die Länder die in der zweiten Welle konsequenter reagiert hätten bessere Erfolge vorzuweisen hätten. Die Befürchtung, mit dem Shutdown-light zwar die wirtschaftlichen Folgen zu beschränken, aber nicht ausreichend gegen die Pandemie gewappnet zu sein, fand viel Zustimmung.

„Ausschließlich solidarisches Handeln in allen Bereichen hilft uns jetzt, diese schwere Zeit zu überstehen“, fasste Jakob Unrath die Diskussion zusammen.

By November 29, 2020.    Corona, Gesundheit