Jakob Unrath: Wälder besser schützen

„Die Wälder haben in den vergangenen Jahren starken Schaden genommen. Vor allem Trockenheit als Folge des Klimawandels und dadurch verursachte Kalamitäten machen ihnen schwer zu schaffen“, berichtete Otto Betz, studierter Forstwirt aus Böbingen dem SPD-Landtagskandidaten Jakob Unrath bei einem Spaziergang durch das Wald-Refugium zwischen Böbingen und Beiswang sowie den Waldbereich des Parks am alten Bahndamm, der mit der Remstalgartenschau entstanden ist.

Das Eschentriebsterben könne man im Böbinger Park genau beobachten. Eine Krankheit, die die Baumart in ihrer Existenz bedroht und gegen die es keinen wirksamen Schutz gebe. Die einzige Hoffnung aktuell ist, dass sich über längere Zeit hinweg resistente Exemplare herausbilden, die einen Fortbestand der Baumart sichern. Auch der Borkenkäfer habe bei den Fichten massive Schäden angerichtet, die man Land auf Land absehen könne. Dabei sei unsere Region weniger stark betroffen als beispielsweise Mittel- und Norddeutschland. Viele Baum- und Pflanzenarten und damit auch Tierarten seien bedroht. Politik müsse deutlich schneller umlenken und die Wälder mehr schützen. Das bedeute nicht, dass der Wald nicht auch als Wirtschaftsraum in Zukunft genutzt werden könne, aber die Steuerungselemente müssen aus Sicht von Betz angepasst und vor allem einfacher und unbürokratischer werden. Die bestehenden Förderrichtlinien für die nachhaltige Sicherung und Entwicklung der Waldfunktionen sind in ihrer Zielsetzung richtig, aber für viele Waldeigentümer viel zu aufwendig, so Betz.

Jakob Unrath nannte die bessere Förderung von Genossenschaften und Zusammenschlüssen zum Schutz der Wälder als Instrument, welches gestärkt werden müsse. Die Landesregierung schaffe für den überwiegenden Anteil der ca. 260.000 privaten Waldbesitzern mit unnötiger Bürokratie keine wirklichen Anreize, um den Waldbestand auf den Klimawandel vorzubereiten. Am Ende würden immer die ganz Großen profitieren, statt alle beim Schutz des Waldes, eben auch die kleinen Waldbesitzer einzubinden, die viel Interesse und Energie an einer intakten Umwelt haben würden. Immerhin befinden sich 36% der Waldfläche in Baden-Württemberg in Privathand. Hier liegt enormes Potential für den notwendigen Umbau des Waldes. Dafür müssen die vorhandenen Instrumente und Mittel einfacher an die Akteure kommen, um die Wälder nachhaltig und schnell zu schützen, so Unrath.

Mit Otto Betz und Tim-Luka Schwab den Wald in Augenschein nehmen

By Februar 18, 2021.    Landwirtschaft, Ökologie, priorität-3