Familien oft überlastet – Finanzhilfen für Familien wirken

In einem Online-Talk hat der SPD-Landtagskandidat Jakob Unrath die Situation von Familien zusammen mit der Geschäftsführerin der AWO-Göppingen, Sonja Elser, beleuchtet.

Sonja Elser bezeichnete dabei die „Familie“ als Schnittpunkt, in dem alles zusammen komme, was an Sonderbelastungen durch die Pandemie ausgelöst sei. Das reiche von den psychosozialen Belastungen bis hin zu finanziellen Einbußen. Wenn dann noch Ängste über die Zukunft des Arbeitsplatzes oder der Wegfall eines Minijobs beispielsweise in der Gastronomie dazu kommen, dann sei dies eine extreme Situation. Gerade für Familien, die bereits in normalen Zeiten Hilfebedarfe haben, seien die Auswirkungen der Pandemie teilweise dramatisch. Dies zeige sich exemplarisch am Thema häusliche Gewalt. „Es ist eben für Familien, die mit 6 Personen in beengten Wohnverhältnissen leben schwieriger, Homeschooling in geordneten Bahnen durchzuführen, als wenn man das Glück hat, im eigenen Haus mit Garten zu wohnen“, erläutere Sonja Elser die Schattenseiten.

Aus ihren Erfahrungen gerade im Bereich Schulbegleitung wünsche sie sich für die bevorstehenden Öffnungsschritte an den Schulen ein vernünftiges Übergangskonzept. „Da kommen Kinder zusammen nach fast 10 Monaten kaum regulärem Unterricht, die haben inzwischen total unterschiedliche Wissens- und Entwicklungsstände“, machte Elser klar.

Als Wohlfahrtsorganisation sei die AWO auf das Engagement ihrer Ehrenamtlichen angewiesen und stolz. Wie in anderen Vereinen und Organisationen sei die Ehrenamtsstruktur während der Pandemie völlig verändert, denn gerade die sonst rührigen Senioren seien jetzt vernünftigerweise sehr zurückhaltend.

Jakob Unrath ging dann auf die aktuell auf Drängen der SPD im Koalitionsausschuss beschlossenen Corona-Hilfen für Familien ein. „Der Zuschuss von 150 € zum Kindergeld hilft unmittelbar und kommt bei den Richtigen an,“ stellte er fest. Auch der Corona-Bonus von Grundsicherungsempfängern von 150 € hilft direkt. „Hier hätte ich mir eine noch Stärke Unterstützung erhofft, bin aber froh, über das jetzt Erreichte“, sagte Jakob Unrath. Der erleichterte Zugang zur Grundsicherung für krisenbedingt plötzlich in Not geratenen Selbständigen und Beschäftigten mit kleinen Einkommen sei ebenfalls eine notwendige Maßnahme, um Familien in wirtschaftlicher Notlage Hilfe zu bieten.

Beide Gesprächspartner waren sich einig, dass es einer „Task force“ auf Landesebene bedarf, um die psychosozialen Folgen der Corona-Pandemie in den Blick zu nehmen.

Sonja Elser

By Februar 5, 2021.    Corona, priorität-2, Sonja Elser